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"Wenn ich unter all den Müttern, die ich sah,
zu wählen gehabt hätte,
würde ich meine Mutter gewählt haben."
(Thomas Carlyle)


MEMENTO MORI:

S L A V I C A  T A D I C

(19. Januar 1959 - 20. April 2012)



           "DUSA HARMONIKE" ('Accordeon's Soul') - das letzte Lied, das Du gehört hast und das Dir sehr gefiel...







"Kein Stein wiegt so viel,                    
kein Denkmal ist so gross,
und keine Blume blüht so schön,
wie die Bedeutung im Herzen,
die Du für alle Zeit hinterlässt.


Es gibt keinen Abschied,
keinen Tod und kein Grab.
Wo Liebe war und dauert,
schlägt weiter das Herz,
währt ewig ein Menschenleben."

(Grabinschrift von Sanela Tadic)






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(Grabstein-Symbolik: Das Buch eines Lebens, das für immer offen bleibt, in dem gelesen und erinnert wird; der Stein mit einer Botschaft, die auf ihm verewigt ist und der eine Form hat, die diesem Menschen gebührt, der seine Geschichte mit einem vollen Herzen gelebt hat, was ihn unsterblich macht. - Friedhof Chloos, Kloten-Zürich)


"Das Herz kann nicht loslassen.

Loslassen - das ist der Tod."

(Sanela Tadic)

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"Ein ERLEBNIS mit Dir aus meiner Kindheit, das kennzeichnend für Dich ist und das gleichzeitig – angesichts unserer letzten, gemeinsamen Zeit – eine stark symbolische Aussagekraft hat:

Als ich etwa 7 oder 8 Jahre alt war, befanden wir uns gezwungenermassen mit dem Auto auf der Rückreise aus Wien in die Schweiz. Es war Winter und Nacht. Ich schlief auf dem Rücksitz, als Du plötzlich meinen Namen riefst. Deine Stimme klang ganz ruhig, gefasst, aber ernst und bestimmt. Du sagtest, ich solle sofort aussteigen und erklärtest mir beherrscht, dass unser Auto mit den Vorderreifen bereits über einem Abgrund ragt und Du infolge Schnees nicht weisst, ob Du den Rückwärtsgang einlegen kannst, wobei das Auto womöglich mit uns beiden in die Tiefe stürzen könnte. Ich schaute nach vorn und konnte Tannenbäume erkennen, die aus einem dunklen Abgrund emporragten. Es erstaunte mich, dass Du so ruhig warst. Ich weigerte mich, ohne Dich das Auto zu verlassen. Deine Stimme wurde laut und streng und Du befahlst mir, augenblicklich auszusteigen und im schlimmsten Fall am Strassenrand zu bleiben und zu warten, bis jemand anhält. Ich fing an zu weinen und bat Dich, mir zu versprechen, dass Du nachkommst. Ich versuche es, mein Schatz. Aber Du musst zuerst aussteigen... - hast Du gesagt. Ich fürchtete mich, die Tür aufzumachen und mich zu bewegen, Dich vielleicht durch meine Bewegung hinunterzustossen.

Als ich schliesslich ohne Schuhe im Schnee stand, starrte ich zitternd auf das Auto und auf Dich. Die hinteren Reifen drehten sich immer wieder ins Leere und das Auto wippte hin und her – zwischen Abgrund und sicherem Boden. Ich hatte grosse Angst und fühlte mich unzulänglich, weil ich tatenlos daneben stand und zusehen musste. Und wir sind jetzt ganz allein. - dachte ich. Niemand sonst fuhr in dieser Zeit vorbei, der hätte helfen können. Ich weiss nicht mehr, wie oft Du Anlauf genommen hast, aber irgendwann fuhr das Auto doch rückwärts. In diesem Augenblick schien es mir, als wäre eine andere Variante gar nicht möglich gewesen, dass es schlichtweg undenkbar und unrealistisch ist, dass Dir etwas passiert. Du bist mit Tränen in den Augen, aber lächelnd ausgestiegen und hast mich in die Arme genommen. Ich weinte und war wütend zugleich, weil Du mich aus dem Auto geschickt hast. Du aber sagtest: Mein Kind, Du hast doch noch Dein ganzes Leben vor Dir."

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"Wäre der Mensch ein Baum,

wären Erinnerungen seine Blätter. 

Tief in der Rinde sein Geist, seine Gedanken.

Verflochten die Gefühle in den Ästen.

Gebrechlich in den Zweigen die Träume."

(Sanela Tadic)